Arbeitnehmer erwarten flexible Arbeitsmodelle

Neue Arbeitsmodelle braucht das Land, aber nicht nur…

In vielen Branchen versuchen Unternehmen händeringend, ihre offenen Stellen zu besetzen. Der Kampf um fähige Mitarbeitende ist in vollem Gange. Das Blatt hat sich gewendet und für die Arbeitnehmerseite ist eine äusserst komfortable Situation entstanden. So wenigstens die Momentaufnahme. Wie wir wissen, kann sich diese Lage schnell wieder ändern… Aktuell ist es aber so, dass sich gut ausgebildete Arbeitssuchende vieler Branchen aus dem grossen Stellenangebot in aller Ruhe die Rosinen herauspicken können, die ihren Bedürfnissen, Wünschen und Überzeugungen am besten entsprechen. Die Unternehmen auf der anderen Seite müssen reagieren. Sie sind in der schwierigen Lage, sich mit ihren Stellenangeboten von der grossen Masse abheben und mit attraktiven Angeboten und zusätzlichen Benefits punkten zu müssen, um qualifizierte Mitarbeitende von sich zu überzeugen. Dabei geht es zwar häufig um die Möglichkeit, zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten, oft aber auch um ganz andere Werte und Benefits.

Umdenken ist für die Arbeitgeber angesagt. Sie können sich nicht länger zurücklehnen und aus hunderten von Kandidaten und Kandidatinnen ihre Wahl treffen. Vielmehr liegt es nun bei ihnen, sich als Unternehmen und ihre offenen Positionen gegenüber den Stellensuchenden besonders gut zu «vermarkten». Es heisst, Stellenangebote attraktiver und ansprechender zu gestalten als die Konkurrenz und mit eigenen Werten und der Unternehmenskultur zu punkten.

Die Kreativität der Arbeitgeber ist also gefordert: Was weckt die Aufmerksamkeit der gesuchten Zielgruppe im positiven Sinne? Was ist den Stellensuchenden der eigenen Branche besonders wichtig, um sich für ein Unternehmen zu entscheiden?

Stellen wir mal ein naheliegendes Kriterium, nämlich die Höhe des Gehalts, womit sich Arbeitgebende selbstverständlich auch – zumindest kurzfristig – überzeugen lassen, beiseite und schauen wir uns an, mit welchen Benefits und Schlagworten Unternehmen heute Arbeitnehmer für sich gewinnen können.

Noch immer ein Thema: Home Office

Die Experten waren sich seit längerem einig, dass die Digitalisierung eine Revolution der Arbeitswelt mit sich bringen würde. Nun, sie hatten Recht und es ging wesentlich schneller, als sie dies je vermutet und erwartet hätten. Die Digitalisierung hat uns gewissermassen «voll erwischt». Wichtigste Treiber für diese Entwicklung waren die Pandemie und die Globalisierung. Mobiles Arbeiten, flexible Arbeitsplätze und Home Office sind heute in etlichen Branchen (z. B. Pharma, Versicherungen) bereits Alltag. Ein Grossteil der in Bürojobs tätigen Bevölkerung konnte bereits Home-Office-Luft schnuppern. Viele fanden Gefallen daran und möchten diese Option nicht mehr missen. Wer dachte, dass die Mitarbeitenden nach der Aufhebung der Home-Office-Pflicht sofort zum «Business-as-usual» übergehen und wieder freudig 5 Tage die Woche im Büro erscheinen würden, hat wohl falsch spekuliert. Die Lage präsentiert sich in vielen Unternehmen anders.

Ein Grossteil der Arbeitgeber, die Home Office nur auf Druck von aussen angeboten haben, würden vermutlich lieber heute als morgen wieder zum normalen Bürobetrieb zurückkehren und ihre Mitarbeitenden hauptsächlich vor Ort im Einsatz sehen. In vielen Branchen sehen sich aber beinahe gezwungen, in ihren Stellenangeboten die Home-Office-Option oder wenigstens Hybrid-Modelle anzubieten, um Mitarbeitende zu «ergattern». Ist die Möglichkeit des mobilen Arbeitens aber wirklich allein ausschlaggebend für Arbeitssuchende? Wir meinen, nein.

Für Branchen, wo digitales Arbeiten möglich ist, spielt dieses Arbeitsmodell zwar bestimmt eine Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers. Dennoch gibt es mit Sicherheit auch zahlreiche Arbeitnehmende, die sehr gerne wieder ins Büro kommen, weil sie den sozialen Aspekt und ihren angenehmen Arbeitsplatz schätzen oder direkte Kommunikation nicht nur als persönlicher, sondern auch als effizienter empfinden. Oder aber, weil sie gar nicht die Möglichkeit haben, im Home Office zu arbeiten, da ihnen dort schlicht zu wenig Platz zur Verfügung steht oder sie nicht die nötige Ruhe finden.

Nichtsdestotrotz wird die Option, wenigstens zeitweise «mobil» zu arbeiten, heute von vielen vorausgesetzt und lässt sich nicht ignorieren. Dabei endet der Aufwand für die Unternehmen, die Home Office und mobiles Arbeiten ermöglichen, keineswegs bei der Anschaffung der dafür geeigneten technologischen Ausrüstung. Es gibt noch etliche andere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen: Die Art, Mitarbeitende zu führen, muss angepasst werden, es gilt, das Vertrauen, dass die Mitarbeitenden ihre volle Arbeitsleistung auch dann erbringen, wenn ihnen kein Vorgesetzter konstant auf die Finger schaut, aufzubauen, es braucht neue Prozesse, Arbeitsmethoden und eine andere Art der Kommunikation. Eines ist aber in jedem Fall sicher: Wer in seinen Stellenanzeigen mit «Home Office» wirbt, muss dieses Versprechen später definitiv auch umsetzen können, wenn er seine Mitarbeitenden auch längerfristig (be)halten möchte.

Mobiles Arbeiten und Home Office langfristig zu ermöglichen, erfordert von einem Unternehmen also einige finanzielle und zeitliche Investitionen, und bringt den Mitarbeitenden zweifelsohne einen nicht zu unterschätzenden Benefit. Dennoch wird Home Office als einziger oder Haupt-Benefit in den Stellenanzeigen auch für Bewerber mit Home-Office-tauglichen-Jobs bei der Entscheidung nicht das «Zünglein an der Waage» spielen.

Viele Stellensuchende achten heute nämlich bewusst auch auf andere Dinge bei der Wahl ihres Arbeitgebers, die auf den ersten Blick vielleicht nicht so klar auf der Hand liegen. So spielen bei der Jobwahl häufig auch Punkte wie die Unternehmenskultur, das Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und ähnliches eine nicht zu unterschätzende Rolle.  Zudem beschränken sich beliebte neue Arbeitsmodelle keineswegs auf «Home Office» – Flexibilität bei der Arbeit ganz allgemein ist gefragt.

Arbeitsmodelle neu denken

Es muss nicht immer Home Office sein. Es gilt, eingefahrene traditionelle Arbeitsmodelle ganz allgemein zu überdenken.

Geschätzt wird von vielen Mitarbeitenden heute vor allem die Flexibilität, die Freiheit, nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich unabhängig zu arbeiten, ohne sich dabei an fixe Arbeitszeiten halten zu müssen. Viele empfinden es als grossen Vorteil, wenn sie ihren individuellen Biorhythmus bei der Einteilung ihres Arbeitspensums bis zu einem gewissen Grad berücksichtigen können. Frühaufsteher und Langschläfer kommen so auf ihre Kosten und können – sehr positiv auch für den Arbeitgeber – genau dann arbeiten, wenn sie am effizientesten sind.

In einem Stelleninserat als Benefit zu erwähnen, dass das Unternehmen keine fixen Präsenzzeiten verlangt und zeitlich flexibel gearbeitet werden kann, könnte für Stellensuchende also durchaus ein überzeugendes Argument sein. Dass es gewisse «Kernzeiten» gibt, in denen alle anwesend sein sollten, um Meetings zu ermöglichen, ist dabei selbstverständlich.

Ein ganz neuer Begriff, der ebenfalls im Zuge des mobilen und flexiblen Arbeitens entstanden ist, ist die «Vertrauensarbeitszeit». Dieses neue Modell basiert auf dem Vertrauen des Arbeitgebers, dass der Arbeitnehmende alle seine Aufgaben im vereinbarten Zeitrahmen und zur vollsten Zufriedenheit erledigt, ohne dass dabei vorgeschrieben wird, wie, wo und wann die Aufgaben erledigt werden. Die essenzielle Voraussetzung für das Funktionieren dieses Modells ist das Formulieren von «smarten» Zielsetzungen und die klare Zuweisung von Verantwortungsbereichen.  Bei erfolgreicher Umsetzung erhält das Unternehmen vom Arbeitnehmenden genauso viel «produktive Zeit» wie wenn er vor Ort im Büro arbeiten würde. Und der Arbeitnehmende profitiert von einem grossen zeitlichen Spielraum für Hobbys, Sport und Familie, also einer optimalen Work-Life-Balance und kann zufrieden und ausgeglichen die volle Leistung erbringen – ein Benefit, mit dem sich ein Unternehmen sicherlich auch heute noch positiv von der Konkurrenz abheben kann!

Allgemein schätzen Arbeitnehmende heutzutage also generell und vermehrt dynamische Modelle der Zeiteinteilung: Teilzeitpensen und Jobsharing gehören dabei ebenso zum neuen «Way of Working» wie zeitlich begrenzte Projektarbeit oder das Arbeiten in kleineren Pensen für verschiedene Arbeitgeber gleichzeitig.

Abwechslung mit Pausen, in denen vielleicht gar nicht gearbeitet, sondern neue Energie für weitere Projekte getankt wird, ist heute vor allem bei jungen und ungebundenen Stellensuchenden beliebt.  Wer solche zeitlich begrenzten Jobs im Angebot hat, könnte damit durchaus punkten, muss dann allerdings auch mit der daraus resultierenden höheren Fluktuation und der häufigeren Suche nach neuen Mitarbeitenden leben.

Was ist die Konsequenz?

Je flexibler die Arbeitsmodelle werden, desto flexibler müssen auch die Arbeitgeber sein. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Dies betrifft nicht nur die Führung der Mitarbeitenden, sondern auch die Arbeitsstrukturen, die trotz aller Freiheiten für die Arbeitnehmenden noch für die gleiche Effizienz und Produktivität sorgen sollen wie bisher. Das mobile Arbeiten birgt im Zeitalter der Cyberkriminalität auch zusätzliche Gefahren, sodass top IT-Spezialisten und modernste IT-Technologien heute ein absolutes Muss sind. Hier ist es meist empfehlenswert, externe IT-Dienstleister beizuziehen, die über viel Erfahrung aus unterschiedlichen Branchen verfügen. 

Da die Arbeitnehmenden bestimmter Branchen sich ihre Arbeitsstellen in der momentanen Situation aussuchen können, liegt der Ball bei den Arbeitgebern. Sie müssen definitiv kreativer sein in ihren Stellenangeboten. Es reicht nicht länger aus, beinahe als selbstverständlich geltende Benefits wie «gratis Getränke und Obst» oder «pünktliche Überweisung des Gehalts» anzubieten. Heute sind Modelle gefragt, die dem Arbeitnehmer zusätzlich zu den üblichen Benefits auch grössere Freiheiten der Arbeitsgestaltung einräumen. Gleichzeitig achtet speziell die junge Generation aber auch auf Werte wie Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und eine wertschätzende mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur. Daher ist es für Arbeitgeber zielführend, wenn sie sich in ihren Stellenangeboten und auf anderen externen Kommunikationskanälen (Website, Social Media) dementsprechend als fortschrittlich, mitarbeiterfreundlich, nachhaltig und umweltbewusst präsentieren und diese Werte natürlich auch leben.

Die Services von Skillcloud

Insbesondere in Branchen, wo es üblich ist, dass Mitarbeitende für Projekte oder sonst zeitlich beschränkt eingestellt werden, kommt mit den neuen flexiblen Arbeitsmodellen als zusätzliche Herausforderung auch die höhere Fluktuation hinzu, was das interne HR häufig nicht allein «stemmen» kann. Hier kann es sehr sinnvoll sein, langfristig mit demselben Personaldienstleister zusammenzuarbeiten, der Workforce Solutions anbietet, das Unternehmen kennt, weiss, auf welche Benefits und Goodies Stellensuchende achten, die gesamte administrative Abwicklung übernimmt und idealerweise über einen konstanten Pool von potenziellen Kandidaten und Kandidatinnen für die gesuchten Profile verfügt. Wir von Skillcloud können Sie in all diesen Punkten vor allem in der IT-Branche, aber auch in anderen Bereichen, bestens unterstützen!

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Jan Schmitz-Elsen, Team Lead Talent Acquisition

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