Das IoT ist einer der vielen Begriffe, die häufig im Zusammenhang mit der Digitalisierung verwendet werden. So häufig, dass sich keiner mehr wirklich traut zu fragen, wofür der Begriff genau steht und was das IoT im Alltag bringt.
Wir wagen es. Schauen wir uns darum zunächst die Definition an:
«Das Internet der Dinge (IdD, englisch Internet of Things, IoT) ist ein Sammelbegriff für Technologien einer globalen Infrastruktur der Informationsgesellschaften, die es ermöglicht, physische und virtuelle Objekte miteinander zu vernetzen und sie durch Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten zu lassen.
Mit Technologien des ‘Internets der Dinge’ implementierte Funktionen erlauben die Interaktion zwischen Menschen und hierüber vernetzten beliebigen elektronischen Systemen sowie zwischen den Systemen an sich. Sie können darüber hinaus auch den Menschen bei seinen Tätigkeiten unterstützen. Die immer kleineren eingebetteten Geräte sollen Menschen unterstützen, ohne abzulenken oder überhaupt aufzufallen. So werden z. B. miniaturisierte Computer mit unterschiedlichen Sensoren direkt in Kleidungsstücke eingearbeitet, sogenannte Wearables. (…) Das Internet der Dinge bezeichnet die Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte (things) mit einer virtuellen Repräsentation in einer Internet-ähnlichen Struktur. Es besteht nicht mehr nur aus menschlichen Teilnehmern, sondern auch aus Dingen.»
Schön und gut. Das klingt komplex. Aber wofür kann ich denn nun dieses IoT als normaler Mensch wirklich nutzen? Was KANN es denn?
Folgende Funktionen finden sich auf dem Internet, wenn man den Begriff «googelt»:
Wenn es in Geräten verbaut ist, kann IoT:
- Daten erfassen: Sensoren in den Geräten erfassen Informationen wie z.B. Temperatur, Bewegung oder Standort.
- Daten übertragen: Die erfassten Daten werden über Netzwerke an zentrale Systeme oder andere Geräte gesendet.
- Daten verarbeiten: Die gesammelten Daten werden analysiert, um Muster zu erkennen oder Entscheidungen zu treffen.
- Selbständig Handlungen/Aktionen ausführen: Basierend auf Analysen können Geräte eigenständig Aktionen durchführen.
Und wo kommt das heute schon zum Einsatz?
IoT ist heute schon in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens und in der Industrie im Einsatz. Dadurch entstehen zahlreiche neue Möglichkeiten für Effizienzsteigerungen, Automatisierung und personalisierte Dienstleistungen.
Hier einige Anwendungsbeispiele:
- Zuhause:
- Im Smart Home: Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Beleuchtungssysteme sind untereinander vernetzt, d.h. sie können sich automatisch an die Bedürfnisse der Bewohner anpassen, wenn diese richtig definiert wurden.
- Energiemanagement: Viele energieverbrauchende Geräte, wie Lampen und Haushaltsgeräte, sind bereits mit Internetkonnektivität ausgestattet. Dies ermöglicht nicht nur eine Fernsteuerung durch die Nutzer, sondern auch eine zentrale Verwaltung über cloudbasierte Schnittstellen. Solche Systeme tragen zur Optimierung des Energieverbrauchs bei und unterstützen die Effizienz der Energieproduktion und -verteilung.
- Bei der Arbeit: Industrie 4.0: Dieser Begriff bezeichnet Maschinen in Produktionsanlagen, die ihren eigenen Zustand überwachen und Wartungsbedarf rechtzeitig melden. So werden Ausfallzeiten effizient minimiert.
- Im Gesundheitswesen: Es werden tragbare Geräte eingesetzt, die Vitalparameter messen und bei Auffälligkeiten medizinisches Personal sofort informieren können.
- Draussen/unterwegs:
- Infrastrukturüberwachung z.B. im öffentlichen Verkehr oder im Bereich Energien: IoT-Technologien ermöglichen die Überwachung und Steuerung von städtischen und ländlichen Infrastrukturen wie Brücken, Eisenbahnschienen und Offshore-Windparks. Durch die kontinuierliche Erfassung von Daten können Veränderungen in den strukturellen Bedingungen erkannt werden, was die Sicherheit erhöht und Risiken minimiert. Zudem können Wartungs- und Reparaturarbeiten effizienter geplant und koordiniert werden, was zu Kosteneinsparungen führt.
- Umweltüberwachung: IoT-Anwendungen/Geräte im Bereich der Umweltüberwachung nutzen Sensoren, um Daten über Luft- oder Wasserqualität, atmosphärische oder Bodenbedingungen zu sammeln. Diese Informationen können zum Schutz der Umwelt beitragen, beispielsweise durch die Überwachung von Wildtierbewegungen oder die Implementierung von Frühwarnsystemen für Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis.
- Maritime Anwendungen: IoT-Geräte werden zur Überwachung von Umgebungen und Systemen auf Booten und Yachten eingesetzt. Da viele Freizeitboote über längere Zeiträume unbeaufsichtigt bleiben, bieten solche Geräte wertvolle Frühwarnungen bei Problemen wie Überflutung, Feuer oder Tiefentladung der Batterien.
- In der Landwirtschaft: In der Landwirtschaft werden IoT-Technologien und Geräte eingesetzt, um Daten über Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Schädlingsbefall und Bodenbeschaffenheit zu sammeln. Diese Daten unterstützen die Automatisierung landwirtschaftlicher Techniken, ermöglichen fundierte Entscheidungen zur Verbesserung von Qualität und Quantität der Erträge, minimieren Risiken und reduzieren den Aufwand für die Bewirtschaftung von Nutzpflanzen.
Das sind nur einige Beispiele für die diversen Anwendungsbeispiele des IoT. Sie zeigen aber deutlich das enorme Potenzial dieser Technologie, die Effizienz und Sicherheit in verschiedenen Bereichen zu steigern.
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Der Begriff ‘Internet of Things’ geht auf Kevin Ashton zurück, der ihn 1999 erstmals verwendete. Jedoch ist dies nicht schriftlich dokumentiert. Bekannt wurde das Internet der Dinge durch die Aktivitäten der ‘Auto-ID- Labs’ (Globales Netzwerk von sieben akademischen Forschungslaboren: Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA, University of Cambridge im Vereinigten Königreich, Universität St. Gallen/ETH Zürich in der Schweiz, Fudan University in China, KAIST in Südkorea, Keio University in Japan, University of Adelaide in Australien, die sich auf die Entwicklung und Erforschung von Technologien zur automatischen Identifikation und Datenerfassung konzentrieren und massgeblich zur Weiterentwicklung von Technologien beitragen, die globale Handelsprozesse revolutionieren und neue Vorteile für Verbraucher ermöglichen.)
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Stephan Fredrich
Head of Digital Solutions Datalynx AG
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